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Keine Handwerkerhände
06.06.2011 00:00
boden
Vor zwei Wochen hat sich unser neuer Hausmeister mit uns bekannt gemacht, Oliver Radke. Mein erster Eindruck: Er passt so gar nicht ins „Schema”. Und seit gestern weiß ich auch warum. Seine feingliedrigen Hände sind mir gleich aufgefallen. Gesprochen hat er über sich eher wenig, dafür vom ersten Moment an überall angepackt, wo praktische Hilfe nötig war. Er ist ein Freund von Familie Thurm, macht sonst ganz was anderes und leistet hier im Hotel stundenweise echte Freundschaftshilfe.
Eigentlich ist er, ich hab meinen Ohren kaum getraut, gelernter Geigenbaumeister! Tolle Sache, dachte ich und bohrte vorsichtig weiter. Dann kam im Gespräch ganz unaufgeregt und ohne jede Eitelkeit noch mehr Erstaunliches zum Vorschein. Oliver betreibt in Füssen seine eigene Geigenbauerwerkstatt und ist selbst ein leidenschaftlicher und gefragter Kontrabassist. So kam auch der Kontakt zu meiner Chefin, Giselle Thurm zustande, die selbst hobbymäßig Musik macht. Ja, und Oliver ist in der freiberuflichen Lage, sich seine Zeit frei einteilen zu können. Und so pendelt er zwischen zwei Welten hin und her: Hier ist er, als studierter Elektrotechniker, für die gesamte Haus- und Schwimmbadtechnik verantwortlich, schraubt, organisiert, macht eben alles, was ein Handwerker so macht. In Füssen arbeitet er als Meister des Geigenbaus, baut neue Instrumente und restauriert alte. Auf seiner Homepage habe ich, weiblicher Neugierde sei Dank, entdeckt, dass er schon als Fachberater bis in China, Korea und jahrelang in den USA tätig war, mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurde und, ja, fast unvorstellbar, hier ein ganz normaler Kollege ist. Toll, wenn Menschen mehr sind als sie scheinen! Vielleicht können wir ihn ja dazu bewegen, seine Klassik- und Jazzleidenschaft hier im Rübezahl beim Candle-Light-Dinner unter Beweis zu stellen. Eines hat er mir jedenfalls schon versprochen: Kunst- und Kulturinteressierten Gästen darf ich seine Geigenbau-Werkstatt zur Besichtigung empfehlen. Dann nimmt er sich Zeit, berichtet über seine Erfahrung als Restaurator von hochwertigen Streichinstrumenten. Aber auch von seinen neuen Instrumenten, die gar nicht so neu klingen. Er geht ja selbst in den Wald, wählt Holz aus, schlägt es und trocknet es über Jahre ganz schonend. Das sei zwingend nötig, um die akustischen Anforderungen der obersten Liga zu erfüllen. Selbst die Lacke stellt er nach traditionellen Rezepturen eigens her. Eine Wahnsinns-Arbeit, die Geduld und Achtsamkeit braucht. Die bringt er auch hier im Rübezahl mit, schaut genau hin, hört zu und handelt dann zügig und professionell. Ein Mann für alle Fälle - schön, dass wir diesen „neuen Kollegen” bei uns haben. Eure Elisabeth von der Rezeption
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