Die fünf schönsten Wanderwege im Allgäu , Bild 1/4
Die fünf schönsten Wanderwege im Allgäu , Bild 2/4
Die fünf schönsten Wanderwege im Allgäu , Bild 3/4
Die fünf schönsten Wanderwege im Allgäu , Bild 4/4

Die fünf schönsten Wanderwege im Allgäu

Um die schönsten Wanderwege Deutschlands zu begehen, ist Schwangau ein ziemlich perfekter Ausgangspunkt, sagt Bergführer Sebastian „Basti“ Remmler. „Bei uns geht’s direkt vom Hotel ins Paradies, denn man kann wirklich großartige Momente erleben. Selbst ich, der hier aufgewachsen ist, entdecke immer wieder Neues. Allein, was an Flora am Wegesrand steht – einfach umwerfend!"

Wer so von seiner Heimat schwärmt, kennt natürlich auch die schönsten Routen, Wege und Pfade. Mal mit spektakulärem Ausblick, mal geküsst vom Zauber der Natur, dann wieder sportlich herausfordernd oder auch romantisch einsam und fernab von den üblichen Routen anderer Urlauber. Das alles findet man in Bastis Top Five, seinen fünf All-Time-Favorite-Wanderrouten.

Tour 1:
Die Paradetour im Allgäu ist ganz sicher der Gratweg auf dem Tegelberg. Gleich hinter der Marienbrücke startet der Steig zum Tegelberg und umfängt einen nach dem Trubel rund um Neuschwanstein mit wohltuender Stille. In vielen kurzen Serpentinen gewinnt man schnell an Höhe. „Die Aussicht runter zum Alpsee und dem Schwansee ist so prächtig, da kann gar keine Müdigkeit aufkommen“, schwärmt Basti. Zwischendrin gebe es ein paar felsige, etwas abschüssige Stellen, die kniffligen Passagen aber sind extra mit Seilen gesichert. Danach wird die Strecke breiter und quert bei moderater Steigung längere Zeit durch den Nordhang. Je näher man der Seilbahn kommt, umso mehr Seilbahnfahrer kommen einem entgegen. Bald nach dem Gelben Wandschrofen trifft der Weg am Grüble unterhalb des Branderschrofens auf den Schutzengelweg, der wohl beliebteste Aufstieg. Dort geht es spitz rechts und am Tegelberghaus vorbei in wenigen Minuten zur Bergstation.
Viereinhalb bis fünf Stunden sollte man einplanen, rund 800 Höhenmeter sind zu überwinden – ein bisschen Kondition braucht es also schon.



Tour 2:
Der Panorama-Höhenweg vom Füssener Jöchle zur Bad Kissinger Hütte ist für Naturfreunde nicht zu toppen. Los geht es mit einer Gondelfahrt zum Füssener Jöchle auf 1821 Metern. Schon hier bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Allgäuer Alpen und das Tannheimer Tal. Dieses Panorama genießt man auch auf dem Steig vom Füssener Jöchle über die unbewirtschaftete Sebenalm. „Auf dem Weg siehst du alles, was die Bergwelt an Flora zu bieten hat“, sagt Basti. „Enzian, Knabenkraut, Anemonen oder auch Alpenfettkraut: ein Blumenreichtum ohne Ende.“ Majestätisch und einladend thront am Ende des Panoramaweges die Bad Kissinger Hütte auf 1792 Metern Höhe. Bastis Tipp: Auf der dortigen Sonnenterrasse einkehren und dann gestärkt den Abstieg durch die idyllische Berg- und Waldlandschaft beginnen. Vier Stunden, 9 Kilometer. 350 Höhenmeter geht es bergauf, 950 Höhenmeter bergab – gerade im Sommer sehr empfehlenswert!



Tour 3:
Den Schutzengelweg hoch zur Rohrkopfhütte beginnt man entweder direkt aus dem Hotel Das Rübezahl heraus oder an der etwa zweieinhalb Kilometer entfernten Talstation der Tegelbergbahn. „Gerade für Einsteiger ist das die perfekte Route“, sagt Bergführer Basti. „Der Weg hoch ist gut zu gehen, man hat einen tollen Blick auf Schloss Neuschwanstein und die Einkehr oben auf der Hütte ist natürlich grandios! Für mich ist die Rohrkopfhütte die schönste im ganzen Alpenraum!“ Drei Stunden, rund 500 Höhenmeter – eine schöne Einsteigerroute!



Tour 4:
Der Drei-Schlösser-Weg mit Schwansee und Alpsee bietet so ziemlich alles, wofür das Allgäu weltberühmt ist. Wer Allgäu-Idylle in komprimierter Form erleben will und nicht die große sportliche Herausforderung sucht, ist mit dieser Tour bestens bedient! Als Startpunkt bietet sich die Füssener Altstadt an. Durch die Reichenstraße läuft man zunächst gemütlich auf das ehemalige Kloster St. Mang zu. Gleich gegenüber grüßt das Hohe Schloss Füssen, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen in ganz Bayern. Weiter geht’s über den Lechfall und den König-Max-Steg zum Alpenrosenweg Richtung Alpsee. Wer mag, findet hier seit 2011 im ehemaligen Grandhotel Alpenrose das Museum der bayerischen Könige mit König Ludwig II. und der Geschichte der Wittelsbacher. Weiter geht es zum Schloss Neuschwanstein, der Stein gewordenen Umsetzung eines Märchenschlosses. Über die Neuschwansteinstraße geht es zurück Richtung Alpsee, dabei kommt man an Schloss Hohenschwangau vorbei zum Schwansee. Wer eine Badehose dabei hat: reinspringen! Der See hat eine großartige Wasserqualität! Abschließend geht es weiter zum Füssener Kalvarienberg, um von hier aus ein 360-Grad-Panorama über die drei erwanderten Schlösser, die malerische Bergkulisse und das Voralpenland mit seinen Seen zu genießen.
Drei bis vier Stunden (plus Badezeit), nur etwa 300 Höhenmeter – ein leichter, schöner Weg mit viel Abwechslung, den man auch als Familie gut gehen kann!



Tour 5:
Bastis ultimativer Geheimtipp für geübte Wanderer, die den großen Trubel meiden wollen, startet direkt am Hotel. Von hier aus geht es zunächst zur Drehhütte, dann über den Pechkopf und das paradiesische Mühlberger Älpele hoch zum Fingerkessel. „Die Tour führt über die ruhige Seite vom Tegelberg“, sagt Basti. „Man trifft kaum mal andere Leute, sondern hat die Berge quasi für sich allein.“ Wer mag, wandert vom Fingerkessel weiter Richtung Osten und besteigt den Latschenkopf mit seiner grandiosen Aussichtskanzel. „Die wenigsten Menschen kennen diesen Weg“, sagt Basti. „Aber wer ihn mal laufen will, soll mich einfach ansprechen, um detailliertes Kartenmaterial zu bekommen.“
Fünf bis sechs Stunden, rund 600 Höhenmeter bergauf. Eine mittelschwere Route, bei der man die Alpen ganz für sich allein haben kann.